01 Titelbild Eselsburger Tal

 

 

   Eselsburger Tal Koordinaten

 

 

Unterhalb des ehemaligen Benediktinerklosters Anhausen hat die Brenz auf etwa 480 Metern Höhe eine Schleife von beeindruckender Schönheit um den Höhenzug "Buigen" gegraben. Zunächst zieht der Fluss etwa drei Kilometer nach Süden, vorbei an der abgegangenen Burg Bindstein und der Burg Falkenstein. Beim Herbrechtinger Ortsteil Eselsburg bildet er unterhalb der Spitzbubenhöhle eine enge Schleife nach Norden, um wenig später in Herbrechtingen scharf nach Osten abzubiegen. Das so in den Kalkstein gegrabene Eselsburger Tal mit seinen trockenen Magerwiesen bietet über 640 Blütenpflanzen und mehr als 80 Vogelarten Lebensraum. Es ist Naturschutzgebiet und wegen der markanter Felsen, die sich aus dem Weißen Jura geformt haben, zudem geschütztes Geotop innerhalb des Geoparks Schwäbische Alb. Bei Sportkletterern sind die Felsen sehr geschätzt.

 

Eselsburger tal Abb1

 

Zur Entstehung eines dieser Felsgebilde, der „Steinernen Jungfrauen“, geht folgende Sage: „Auf der Eselsburg über dem Tal soll einmal ein Burgfräulein gelebt haben, dem alle Freier nicht gut genug waren. Das Burgfräulein wurde älter und die Freier blieben aus. Daraufhin hasste sie alle Männer. Ihr Hass ging so weit, dass sie ihren beiden Mägden den Umgang mit Männern verbot. Als diese jedoch einmal mit einem jungen Fischer auf den Eisteich hinausfuhren, sollen sie von der bösen Jungfer in die zwei ‚Steinernen Jungfrauen‘ verwandelt worden sein. Am selben Abend soll ein Blitz in die Eselsburg eingeschlagen haben. In dem von ihm entfachten Feuer sei die Jungfer verbrannt.“

Es lässt sich denken, dass Menschen in solcher Umgebung schon früh siedelten. In der gut 500 Meter hoch gelegenen Spitzbubenhöhle haben archäologische Ausgrabungen in den frühen 1970er-Jahren Artefakte, Steinwerkzeuge und Knochen zutage gefördert, die belegen, dass kleine Menschengruppen diese Höhle am Ende der letzten Eiszeit wiederholt aufsuchten. Die Eingänge der idyllischen Höhle sind vom linksseitigen Uferweg aus in wenigen Minuten zu erreichen. Auch in historischer Zeit war die Gegend mit ihren Burgen, Schlössern und Klöstern reiches Kulturland. Von den kühn gelegenen Burgen zeugen heute nur noch Ruinen.

 

Eselsburger Tal Abb2Burg Falkenstein um 1750  

 

Die wunderbare knapp 15 Kilometer lange Rundtour (komoot) beginnt am hübschen Quellareal des Stockbrunnens Stockbrunnen (48.618383, 10.17165), in Herbrechtingen und kann sowohl zu Fuß wie mit dem Rad zurückgelegt werden. Sie führt mit immer neuen Blicken an beiden Ufern der Brenz entlang, vorbei an mehreren Quellen. Im Frühjahr sind die Wiesen voller Blütenpflanzen und wenn die Brenz bei mittlerem Wasserstand klares Wasser hat, sieht man die leuchtendgrünen Pflanzenrasen auf ihrem Grund besonders gut. In Eselsburg bietet sich die Möglichkeit, einzukehren.