Kurpark Bad Kissingen

 

 

Heilwasser und historische Technik - Bad Kissingen

 

 

Die hier vorgestellte, etwa 15 Kilometer lange und flache  Radtour (https://www.komoot.com/de-de/plan/tour/d08Av6ijwCZ0Zw=FwhICjt_I3tgCebFo0O0iDPf0hDj3FGCODYPyHkfueUPbAIPcSXHeIAA/@50.2296440,10.0935393,12.972z) entlang der Fränkischen Saale bietet neben landschaftlichen Reizen umfangreiche Informationen. Auf der WASSERWIKI- Quellenkarte (50.24235, 10.080983) sind Brunnen und Quellen markiert und Informationen abrufbar. Der UNESCO-Welterbe Status als „bedeutende Kurstadt Europas“, den sich Bad Kissingen seit 2021 mit den drei Kurorten des Westböhmischen Bäderdreiecks (Fachartikel) und anderen europäischen Bädern teilt, hat die Stadt anscheinend beflügelt: Kaum sonst wo in Deutschland findet man so zahlreiche und informative Schautafeln zu Brunnenbohrungen, Gesteinsschichten und Wasserzusammensetzungen, zur Geschichte der Heilquellen und historischer Technik. Wer sich für all dies interessiert, sollte also genügend Zeit mitbringen.

Die Route beginnt am Luitpoldsprudel (50.24235, 10.080983) mit seinem historischen Bohrturm, der heute auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Bad Bocklet liegt und mit einem kleinen Museum ausgestattet ist. Dort findet man einen kostenfreien Parkplatz, mit dem man das grenzwertige Bußgeldgehabe der Kissinger Ordnungsbehörden umgeht. Schon nach einem halben Kilometer begegnet man am früheren Dionysiuskloster (50.242806, 10.088833) der historischen Bedeutung der Salzquellen. Ein gewisser Wigbrahts schenkte seinen Anteil an einer Salzquelle 823 an das Kloster Fulda – vielleicht wollte er sich damit sein Seelenheil erkaufen? Dass aus der Sole gesiedete Salz war über Jahrtausende so kostbar, dass es mit Edelmetallen aufgewogen wurde.

Nächster Halt ist das Echo-Tunnelportal (50.237956, 10.080156), Zugang zu einem historischen Triebwerkskanal, der am Schönbornsprudel in Hausen das ehemalige Wasserrad antrieb und die Pumpen des Gradierwerks Obere Saline. Nächster Halt ist ebendieser Schönbornsprudel (50.230283, 10.067783), der 1578 erstmals urkundlich erwähnt wird. Vom Theresienbrunnen (50.225806, 10.065130), dessen Wasser im Prämonstratenserinnen-Stift Hausen getrunken wurde, bekommt man heute nur noch einen leeren Pavillon zu sehen, da das Wasser im benachbarten Werk der Franken Brunnen GmbH & Co. KG in Flaschen abgefüllt wird. In der Oberen Saline (50.221694, 10.069250), die heute ein Museum beherbergt, logierte Reichskanzler Otto von Bismarck während seiner regelmäßigen Kuraufenthalte in den Jahren 1876 bis 1893.

Das Gradierwerk Untere Saline (50.21656, 10.06994) war 2025 von Baggern und Bauzäunen umringt, der Gang entlang der herabrieselnden Sole soll aber Sommer 2026 aber wieder möglich sein. Gegenüber kann man durch ein Schauglas einen interessanten Blick ins sprudelnde Innere des Runden Brunnen (50.21615, 10.06925) werfen, dessen stark mineralisiertem Wasser man 100 Meter südlich im Kneipp-Becken wieder begegnet, wo es rostrot oxidiertes Eisen ablagert. Wendet man sich dem Fluss zu, fällt sofort die interessante Konstruktion einer historischen Turbinenanlage auf.

Weiter Saale aufwärts gelangt man unweigerlich zu den gepflegten Kuranlagen Bad Kissingens mit Blumenrabatten, dem Maxbrunnen (50.197933, 10.07655), daneben der Wandel- und Brunnenhalle mit Rakoczy-Brunnen (50.196767, 10.076433) und Pandurbrunnen (50.19695, 10.076833). Sie alle können bei den gefürchteten Hochwässern der Fränkischen Saale auch schon mal nasse Füße bekommen. Letzte Station ist der Liebfrauensee mit seiner kräftigen Quelle (50.2005, 10.082389), um die sich Sagen umrankt und viel über die Geschichte der Stadt zu erzählen wüsste, schon lange bevor sich Kissingen im 19. Jahrhundert als Heilbad etablierte.

Zurück zum Luitpoldsprudel kann man am gegenüberliegenden Saaleufer auf einem ruhigen und schönen Radweg fahren.