Lago di Posta Fibreno
Lago di Posta Fibreno 
Der knapp 30 Hektar große Lago di Posta Fibreno, auch bekannt als Posta-See, ist eine Perle des italienischen Karstes. Er liegt auf 260 Metern Höhe an der umbrischen Grenze, zu Füßen der Abruzzen und wird ausschließlich von den zahllosen Quellen gespeist, die an seinem östlichen Ufer entspringen. Zusammen führen sie dem See jede Sekunde durchschnittlich neun Kubikmeter Wasser mit einer konstanten Temperatur von 10 bis 11°C zu. Im Westen wird der See vom rund zehn Kilometer langen Fluss Fibreno entwässert, einem linken Hauptzufluss des Liri.
Die durchschnittliche Tiefe des Sees beträgt lediglich zweieinhalb Meter, seine maximale Tiefe 15 Meter. In den breiten Schilfgürteln und großen Verlandungszonen konnte sich eine zum Teil endemische Flora und Fauna entwickeln. Am Grund des Sees mit seinem nährstoffarmen Wasser, das glasklar ist und mit seinen beachtlichen Sichtweiten auch Taucher anzieht, hat sich stellenweise ein Unterwasserwald aus Makrophytenalgen gebildet.

aus: UnterWasserWelt: Italien: Lago di Posta Fibreno
Im Jahr 1983 wurde ein 400 Hektar großes Gebiet unter Naturschutz gestellt, das neben dem See auch die Ebene von Fibreno sowie charakteristische Karstformationen im Einzugsgebiet der Quellen umfasst. Beispielsweise steht auch der dreieinhalb Kilometer nördlich des Sees gelegene „Tomolo“ (41.73530, 13.67994) unter Schutz, eine spektakuläre Doline von 600 Metern Durchmesser und 130 Metern Tiefe, an deren Rändern die Stadt Campoli Appennino erbaut wurde. Die Senke wurde früher landwirtschaftlich genutzt, da sich auf ihrem Grund eine fruchtbare Schicht von Schwemmland gebildet hat, die heute der Speicherung von Regenwasser dient, bevor es nach und nach in die unterirdischen Grundwasserleiter des Karstes sickert.

aus: Visitlazio: Campoli Appennino
Bekannt ist der See für seine schwimmende Insel, die schon von Plinius dem Älteren beschrieben wurde, der im Jahr 79 nach Christus dem großen Vesuvausbruch zum Opfer fiel. Am südlichen Ende des Sees führt ein Holzbohlenweg zu dieser Isola galleggiante (La Rota).

Die Quellen entspringen unweit des Ufers, teils oberirdisch, überwiegend aber am Grund des Sees. Einige treten aus Felsspalten, andere sind große Limnokrenen mit der typischen Farbe, die ihnen die Mineralien des Karstwassers geben. Der Spaziergang beginnt an einem großen aber wenig beachteten Quellteich (41.702722, 13.686389) neben einer Bar am nordöstlichen Ende des Sees. Von hier aus geht man die Via Parpello mit wunderbarem Ausblick am See entlang, an dessen südlichem Ende sich die Quellen wie an einer Perlenkette aneinanderreihen. Das Ende des Weges wird von „La Sorgentina“ (41.691611, 13.694806) markiert. An deren Steinbecken trafen sich die Frauen der Umgebung früher zum gemeinschaftliche Wäschewaschen.
Glücklicherweise ist das Ufer wenig verbaut, so dass man wunderbare Blicke auf den See wie auf die Quellen hat. Zwei Abstecher führen auf Bohlenwegen in den Schilfgürtel und zu der schwimmenden Insel. Wenig vor La Sorgentina kommt man an einem großen, künstlich angestauten Mühlteich vorbei, auf dessen Grund man bei genauem Hinsehen ebenfalls Wasseraustritte entdeckt. Der voluminöse Teich ermöglichte einen Betrieb der Mühle bis weit in den Sommer, wenn die Karstquellen nur noch wenig Wasser schütten.
Für den Hin- und Rückweg sollte man mindestens zwei Stunden einplanen, denn es gibt viel zu entdecken unterwegs. Das Ufer ist touristisch zwar erschlossen, außerhalb der Sommerferien geht es aber eher gemächlich zu. Unterwegs findet man Gelegenheit um einzukehren, ein Bad im eisigkalten See zu nehmen oder mit dem Tretboot zu fahren.