Toblacher See

 

 

     Toblacher See und Dürrensee Koordinaten

 

 

Das Höhlensteintal ist ein 15 Kilometer langes Seitental des Pustertals, das bei Toblach nach Süden in Richtung Cortina d´Ampezzo führt. Es liegt im Osten von Südtirol und trennt das deutsche vom ladinischen Sprachgebiet. Durchflossen wird es von der Rienz, die unterhalb der bekannten Drei Zinnen entspringt.

In dem Tal liegen zwei wunderbare Bergseen: der Toblacher See im Naturpark Fanes-Sennes-Prags auf 1.259 Meter Höhe, der durch frühere Felsstürze entstanden ist und sich aus der Rienz speist. Die Verlandungszone des 3,5 Meter tiefen Sees mit seiner reichen Ufervegetation ist ein Vogelparadies. Rund um den 600 Meter langen und 400 Meter breiten See gibt es einen Naturlehrpfad mit elf Stationen, der den Besuchern detaillierte Informationen zu Flora, Fauna und Geomorphologie der Gegend bietet (reine Gehzeit 45 Minuten). Baden in dem maximal 16°C warmen Wasser ist nur etwas für Abgehärtete. Ein gebührenpflichtiger Parkplatz befindet sich direkt neben der Staatsstraße, die etwas oberhalb des Sees vorbeiführt

Weiter südlich liegt im Naturpark Drei Zinnen auf 1.406 Metern der Dürrensee, ein Naturdenkmal, dessen Zuflüsse vom nahen Hochgebirge im Jahresverlauf stark unterschiedlich sind. Das Bett des südlichen Zulaufs aus dem Rio Val Fonda trocknet im Sommer häufig völlig aus. Entsprechend schwanken auch der Pegel des Sees und seine Größe. Wegen seiner geringen Tiefe von maximal 3,5 Metern und seines flachen Tiefenprofils erwärmt sich der See im Sommer, wenn er mit wenig Wasser zum „dürren See“ geworden ist, relativ schnell. So ist er einer der wenigen Bergseen auf solcher Höhe, in denen im Hochsommer gebadet wird. 

Toblacher See wie Dürrensee zeichnen sich durch das leuchtende Grün oder Türkis ihres durch Gesteinsmehle oft leicht milchigen Wassers aus - Farben, die in wunderbarem Kontrast zum Himmel und den Bergen stehen. Auch das Wasser der Rienz ist nur selten glasklar. 

Nicht immer war es hier so friedlich wie heute. Die grandiose Bergwelt, eingebettet zwischen Sextner-Dolomiten, Pragser-Dolomiten und Cristallogruppe lässt leicht vergessen, dass diese Gegend im Ersten Weltkrieg heiß umkämpft war: Der Nordgipfel Monte Piano östlich des Tals war von den Österreichern besetzt, der etwas südlichere Hauptgipfel Monte Piana von den Italienern. Zahlreiche Stellungsanlagen, Schützengräben und Stollen zeugen noch heute von den erbitterten Kämpfen und bis heute verläuft die Grenze zwischen Trentino-Südtirol und Venetien zwischen den beiden Gipfeln. Schon zu Anfang der 1880er-Jahre war man daran gegangen, mit der „Sperre Landro“ (Forte Landro, 46.644683, 12.233383) ein Bollwerk zu schaffen, dessen imposante Ruinen noch heute etwa 1,5 Kilometer nördlich des Dürrensees nahe der SS21 zugänglich sind.

Durch das Höhlensteintal führt auf eine Länge von rund 30 Kilometern auch der insgesamt 65 Kilometer lange Radfernwanderweg der Dolomiten, der "Lunga Via delle Dolomiti", der mit hier mäßiger Steigung an den beiden Seen vorbeiführt. Er wurde auf der alten Trasse einer Schmalspurbahn angelegt. Auch wenn er teilweise recht nah an einer vielbefahrenen Straße entlangführt, ist das Bergpanorama doch so grandios, dass man das in Kauf nimmt. Da die Tour wenig anstrengend ist, bleibt am Toblacher See und Dürrensee genügend Zeit für eine ausgiebige Rast. Wer möchte, kann der alten Eisenbahnstrecke noch weiter bis hinab nach Cortina d´Ampezzo folgen. Im Winter zieht sich eine Langlaufloipe von Toblach aus durch das gesamte Tal.